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Friß oder stirb oder was

Eben noch wunderte ich mich, ob es am frischen Herbst in Lachstadt läge, dass kaum ein Serviceangestellter, auf den ich traf, nett und freundlich und komptent war. Doch die griesgrämige Beamtenmentalität beim Mobilfunkanbieter, die verschlafen-pampige Inkompetenz beim Elektronikplaneten sollte im Restaurant der Wahl noch getoppt werden.

Mein Kunde hat sein Büro und ein erstes Ladengeschäft in einer prestigeträchtigen Passage mitten in Lachstadt. Der Name des Verkaufsviertels soll nicht genannt werden, er tut auch nichts zur Sache; auch den Namen des italienischen Restaurants verschweigt der gnädige Berichterstatter. Mein Kunde lädt häufiger Geschäftskontakte dorthin ein – bisher. Wir besetzten selbst in den letzten Monaten das eine oder andere Mal die Stühle für ein annehmbares Mittagsmahl. Man kann sagen, es handelt sich bei meinem Kunden um einen guten Gast des Italieners.

Wie es sich an einem Arbeitstag zwischen 13 und 14 Uhr gehört, war das Lokal mit recht wenigen Gästen besetzt, insgesamt [mit uns] 18. Wir waren um zwanzig nach eins angekommen, hatten – bereits auf Nachfrage – fünf Minuten später bestellt, von der Mittagskarte. Getränke wurden uns nach weiteren fünf bis sechs Minuten … nein, serviert wäre das falsche Wort … vorgesetzt.

Drei Mann im Service, auf jeden Fall zwei in der Küche, ein simples Pastagericht [Tagliatelle mit Scampi], ein vorbereiteter Fischteller mit Fertigsauce und TK-Gemüse. Eigentlich kein großes Problem, und in der Vergangenheit dauerte es auch nur etwas zehn Minuten, bis die warmen Speisen kredenzt waren; immerhin besteht der Witz an Mittagskarten darin, schnell servieren zu können.

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Herbstanfang

Es gibt so Tage … heute war wieder so einer. Die ganze Zeit fragte ich mich, ‘Liegt’s an dir?’ Vielleicht ist es aber auch der Herbst, der in Lachstadt Einzug gehalten hat. Auf jeden Fall traf ich heute auf diverse Menschen, die ihren jeweiligen Job verfehlt haben.

Am Anfang war die Anfrage eines Kunden, der mich gerne  als Berater dabei haben wollte, wenn er diverse technische Gerätschaften für seinen neuen Laden kaufte. Ich sollte gleich mal einen Blick in die neuen Räumlichkeiten werfen und noch einige Marketing-Aufgaben erledigen. zuerst ging es gen Norden, zu einem großen Möbelhaus - unmöglich. Dieses Geschäft war, trotz einiger Lauferei, weil wir von einem zum anderen und zurück geschickt wurden, das Highlight des Tages. Die Mitarbeiter waren nett, freundlich, mussten zwar etwas gepusht werden, halfen dann aber gut weiter.

Weiter zu einem großen Einkaufszentrum, nicht ganz zentral, aber auf dem weg gelegen. Die Umbauarbeiten im Laden laufen. Die Handwerker sind gut drauf. Irgendeiner hat bei der Planung die Messdaten für den Grundriss etwas großzügig ausgelegt … Das kriegen wir in den Griff.

Und ans Eingemachte, der beringte Elektronikplanet harrt unser: ISDN-Telefon, ein einfaches Fax, ein a/b-Wandler. Das erste finden wir selbst schnell, das zweite auch, Preis dafür € 59,90. Einen mobilen WLAN-Hotspot haben die auch auf Nachfrage nicht, der erste Mitarbeiter ist auch gar nicht zuständig, ‘da müssen Sie den Kollegen fragen‘. Sein Gesicht drückt genervte Langeweile aus, vormittags um 11.

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Wenn Meme Amok gelaufen werden

Es gibt es erst seit 1976, damals erfand Richard Dawkins ein Kulturelement, das ähnlich funktioniert wie ein Gen, also eine replizierende Einheit. Er benutzte als Beispiel in seinem bahnbrechenden Buch The Selfish Gene die Rule Britannia, deren Text an einer Stelle von vielen Menschen falsch verstanden und falsch wiedergegeben wird. Aber es geht nicht nur um Fehler, Meme können auch ganz bewusste, richtige Gedankensplitter sein. Wichtigstes Merkmal ist deren Vervielfältigung – und da diese kulturell stattfindet, folgt sie eher den schnellen Mustern des Lamarckismus als den langsameren nach Darwin’schen Vorstellungen.

Politische Berater nutzen Meme inzwischen reichlich, sie versuchen einen Diskurs zu beherrschen, indem sie einfach zu verstehende sound bites entwickeln, die dann von Politikern immer wiederholt werden. Dabei kommt es weder auf den Wahrheitsgehlt noch auf Logik oder historische Genauigkeit an, sondern auschließlich darauf, dass die Zuhörer den Gedanken direkt aufnehmen können. Da werden ‘liberals’ zu Sozialisten umdefiniert oder – in Europa – zu Rechtskonservativen Sozialdarwinisten. Solidarität wird zum Schimpfwort und so fort.

Sprache ist also wichtig

Nun sind Politiker erst einmal Verkäufer, sie haben ein Interesse sich selbst und ihre Ideologie gegen andere durchzusetzen. Wer ihnen übel nimmt, dass sie lügen, sollte auch auf Deo, Make-up und Schmuck verzichten. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir den Politikern nicht aufs Maul schauen sollen! Im Gegenteil. Journalisten in früheren Zeiten sahen sich als Aufpasser, sie sortierten snake oil aus, achteten darauf, dass zumindest nicht die übelsten Lügner in Regierungspositioen kamen. Mark Twain, H.L. Mencken, Ben Hecht, Ed Murrow, Egon Erwin Kisch sind nur einige Beispiele, die auch heute noch junge Menschen zum

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Nachgedanken: Bundespräsidenten-Event

Da haben wir ihn also, den neuen. Christian Wulff, 51, ist jetzt ausgestattet mit lebenslangem Titel samt zugehörigen Privilegien - irgendwo hieß es was, von  ca. € 200.000 plus 78.000 während der aktiven Zeit plus Büro und Sekretärin bis zum Ableben. Nun gut, soll ihm gegönnt sein, sein Ex-Kollege Jürgen Rüttgers ist ja bloß neidisch, wenn er in Nordrhein-Vandalen jetzt für Dienstwagen und Chauffeur für weitere 5 Jahre kämpft.

Und sonst so?

A. Merkel hat auf jedem Schritt seit der für sie unglücklich ausgegangenen Wiederwahl im letzten Jahr versagt. Egal was sie nicht anpackte, es flog ihr um die Ohren. Einmal wollte sie Stärke und Mut zeigen, benannte in einer eher einsamen, auf jeden Fall überflüssig voreiligen Entscheidung ihren letzten resignierenden internen Gegner zum neuen Bundespräsidenten. Sie muss sehr überrascht gewesen sein, als Sigmar Gabriel bei Ihr anfragte, ob nicht der Joachim Gauck eine gute Wahl wäre. Vielleicht wusste sie gar nicht, dass der Präsident nicht einfach benannt, sondern gewählt wird, von über 1200 Menschen, nicht nur vom Bundeskanzler. Entsprechend ihre wortkarge Reaktion.

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Wenn Lügen überzeugen sollen … Photoshopdisaster an der Isebek

Lachstadt könnte ganz schön sein, wenn da nicht die Lachstädter wären. Die meisten von ihnen sind so für sich genommen durchaus netter, manchmal auch nur erträglicher Umgang. Rotten sie sich zusammen, dann sind sie wie eine Familienfeier. Damit wir uns wenigstens Ernst genommen fühlen, wurde vor einiger Zeit ein Ansatz direkter Demokratie eingeführt, in der Form von Bürgerbegehren und –entscheiden. Bereits nach nur wenigen – Schulreform stadtweit, einige auf Bezirksebene – zeigt sich das Schlimmste in den Menschen.

Erst letzte Woche bekam ich einen dicken A4-Umschlag von der Stadt Hamburg, so vollgepropft mit diversen Papieren, Umschlägen, Auszufüllendem, dass die Werbeabteilung von Reader’s Digest stolz gewesen wäre. Immerhin war einen einfach nachzuvollziehnde Anleitung dabei, die Unterlagen gingen also sauber ausgefüllt und verpackt ans Wahlamt.

Doch gestern früh fand ich schon wieder einen dicken Umschlag im Kasten, vom Bezirksamt Eimsbüttel. Im ersten Moment war ich erschreckt-verwundert. Ein schlimmes Zeichen für unsere Gemeinschaft, wenn wir erst einmal Schlimmes für uns fürchten, nur weil Verwaltungen uns schreiben. Auch diesmal waren es nur Wahlunterlagen. Wieder ein Bürgerbegehren.

Anders als bei der Schulreform hatte ich zu dieser keine Meinung, es geht da um ein paar Büsche und Bäume an einer Hochbahnstation, die seit einem Vierteljahrhundert [give or take] übel nach ranzigem Pommesfett stinkt. Dann aber sah ich die beiden Vorschläge unterschiedlicher Initiativen, was denn dort gemacht werden solle. Die einen wollen gern ein weiteres Bürogebäude zwischen Isebek und Bahnviadukt errichten, die anderen hätten einfach nur gerne einen ansehnlichen Bahnhofsvorplatz.

Hoheluftbrücke mit Kaifu-Kehre [Bild anklicken für größere Ansicht]

Die Damen und Herren, die hier Büros benötigen, haben einen netten Brief entwickelt, der das Vorhaben als ökologisch-nachhaltige Entwicklung ausgibt, sie versprechen ‘Isebek erhalten – Eimsbüttel gestalten’, malen die Gegenwart in düsteren Farben der Vergangenheit [irgendwo unter dem Grünzeug ist ein Röhrenbunker aus dem 2. WK nicht zu sehen]. Dazu gibt es zwei Bilder:

Bildfälscher am Werk [Bild anklicken für größere Ansicht]

Die ‘traurige Realität’ hat offenbar Einfluss auf das Wetter, denn sie ist wolkenverhangen, dunkel, nur schwer auszumachen, trist, öde, kalt [achten Sie auf den Baum ganz links]. Darunter sehen wir ‘die Zukunft’, eine helle Angelegenheit, voll lebendigen Grüns, blauer Himmel, ein netter Platz mit einem Bauriegel, der an Hamburgische Rotklinkerarchitektur erinnert. Klar, das ist eine Montage, die breite Einflugschneise in die Stadt wurde fotografiert, Straßenbegleitgrün [vulgo: Bäume] verstärkt und aufgehübscht, das zukünftige Gebäude hinein montiert.

Auffällig sind zuerst zwei Dinge:

  • Warum so unterschiedliches Wetter?
  • Weshalb zwei so komplett verschiedene Perspektiven?

Sehe ich aus weiter Ferne von oben auf etwas herab, erscheint es kleiner. Gehe ich dicht an ein Objekt heran, fotografiere aus niedriger Höhe, erscheint es größer. So sehen wir im zweiten Bild ein moderates Gebäude, das sich harmonisch ins Umfeld einpasst. Wäre die Montage aus der gleichen Perspektive entstanden wie das erste Foto im Brief, wäre nur eine kalte Steinwand zu sehen, alles vergleichsweise dunkel, da das Haus Licht abschatten würde.

Auch die unterschiedlichen Wetterimpressionen wurden nach diesem Gesichtspunkt gewählt – gute, alte Propagandatricks. Aufgrund des nicht besonders guten Druckes – die Bezirksversammlung möchte ja nicht professionell wirken, sondern wie die typische Feld-, Wald- und Wiesen-Bürgerinitiative – lässt sich nicht zweifelsfrei sagen, wieweit das Wetter komponiert wurde. Für mich sieht es so aus, als sei die Bewölkung im ersten Foto per Klon-Werkzeug verstärkt worden. Das zweite Bild tut zwar so, als sei es ein Foto, ist aber klar eine Montage. Das hätte man dazu schreiben können.

Auf den zweiten Blick fällt noch etwas auf: auch das erste Bild gibt nicht die Wirklichkeit wieder, es wurde deutlich manipuliert. Hier ein Foto, das ich am Nachmittag des 16. Juni 2010 machte:

Kaifu-Kehre [Bild anklicken für größere Ansicht]

Nachdem mir der Manipulationsversuch aufgefallen war, nutzte ich den sonnigen Nachmittag, fuhr mit dem Fahrrad rüber zur Hoheluftbrücke, um mir selbst ein Bild zu machen. Und ich muss sagen, dass ich jetzt eine Meinung habe. Sie gründet sich nicht auf eine Abwägung der Vor- und Nachteile der eigentlichen Vorhaben, sondern auf die Fälschung.

Eine fast identische Perspektive wie die des Bezirksversammlungsbildes finden Sie oben im Panorama, auch am 16. Juni 2010 entstanden. Wie Sie sehen, ist da sehr viel mehr und vor allem sehr viel höheres Grün zu sehen, als im Brief, der zwar Brachfläche zeigt, wo in Wirklichkeit Bäume und Büsche stehen. Für diese fehlende Vegetation hat man stattdessen eine zweite Pappel eingefügt …

Weiter Details zur Fälschung finden sich, wie ich später sah, bei der ISEBEK-INITIATIVE.

Liebe Bezirksversammlung Eimsbüttel, ein ganz wichtiger Tipp zu Propaganda:

Menschen stört es nicht sonderlich verarscht zu werden, solange sie es nicht merken. Wenn wir es merken, nehmen wir nicht übel, dass Sie es versucht haben, wir nehmen übel, wie wenig Mühe Sie sich geben. Halten Sie uns für blind und blöd? Zumindest wohl für blöd genug, dass Sie sich nicht anstrengen müssen. Schade, ging daneben.

Yip, ich werde wählen, für den Erhalt des Grünzeugs neben der Frittenbude! Da darf sich die ISEBEK-INITIATIVE bei Ihnen, liebe BezirksverGammlung bedanken.

Navigon, reißt Euch zusammen!

Es muss an mir liegen, dachte ich erst. Vielleicht bin ich inkompatibel zu Elektronik und Computern, komme ich ihnen nahe – pfft, kaputt. Allerdings spricht die Geschichte dagegen, immerhin arbeite ich seit etwa einem Vierteljahrhundert ernsthaft mit Computern, habe noch länger HiFi-Equipment. Also doch: Es liegt an Navigon!

Letztes Jahr im Spätsommer legte ich die Einkünfte eines kleineren Auftrags in ein Navigationsgerät an. Drei Jahre hatte ich einen PDA mit der Software Destinator benutzt, die Firma war inzwischen vom Markt verschwunden, deren Software auch nie wirklich überzeugend. Informierter Verbraucher, der ich bin, sah ich mich um, forschte, recherchierte, las in einschlägigen Foren mit.

Kartenbild, Funktionen und vor allem die damals noch einmalig günstige Möglichkeit, zwei Jahre lang aktuelle Karten zu erhalten, machten die Entscheidung einfach. Ich besorgte mir ein Navigon 4350max. Das Gerät selbst funktionierte – noch – tadellos, außer einer kleinen Pfadanpassung zum Speichern meiner eigenen Routen und Favoriten ließ ich es so laufen, wie es vom Hersteller

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Burka oder nicht Burka – soll das eine Frage sein?

Haben eigentlich nur Moslems etwas dagegen, dass ihre Töchter in der Öffentlichkeit nackte Haut zeigen oder sich mit Jungs treffen? Folgt man der Pseudodebatte in Europa muss man diesen Eindruck gewinnen.

Belgien hat sich entschieden, per Gesetz eine Kleiderordnung einzuführen, wer nicht so rumläuft, wie es den Herren und Damen im Parlament gefällt, der wird vermutlich mit Ausziehen auf dem Marktplatz nicht unter drei Tagen bestraft. Frau PorNo Schwarzer findet das auch noch gut, denn schließlich können nicht Männer Frauen unterdrücken – außer sie wurden ins belgische Parlament gewählt und haben nichts zu verlieren.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde, ich finde die Haltung hinter der Verschleierung widerwärtig. Werden doch die [potenziellen] Opfer, die Frauen, von den [potenziellen] Tätern, Männern, auch noch zu den eigentlich Schuldigen erklärt. Nach dem Motto: ‘So wie die Schlampe rumgelaufen ist, die wollte das doch!’ Als ob Frauen nicht das Recht hätten, sich in ihren Klamotten wohlzufühlen, als ob Männer ihren Schwanz nicht in der Hose lassen können.

Die sehr einfach geführte Diskussion hängt sich allerdings daran auf, dass Moslems ihre Frauen und gebärfähigen Töchter verschleiern, vom einfachem Kopftuch über den fast durchsichtigen Gesichtsschleier bis hin zum leinigen Individualgefängnis. Belgien verbietet also Moslems die Kleidung. Oder darf dort eine Hindu jetzt auch nicht mehr im langen, mehrschichtigen Sari rumlaufen?

Aufgefallen ist mir das, als ich gestern Bend It Like Beckham sah, jene luftig-lockere britische Komödie um zwei junge Frauen, die gerne Fußball spielen, dargestellt von Keira Knightley und Parminder Nagra. Beide bekamen Ärger in der eigenen Familie, beide über Dresscode, die blonde Engländerin bekam vorgehalten, sie würde nie einen anständigen Jungen abkriegen, wenn sie immer in diesen männlichen Sportklamotten rumliefe. Die junge Frau aus der Hindu-Familie sollte nicht liederlich ihre Haut zeigen.

Diese Haltung, dass Frauen gefälligst Keuschheit vorzutäuschen hätten, sich möglichst asexuell verhüllen sollen, ist überhaupt nicht auf eine, zwei oder drei Religionen festzunageln, es ist überhaupt keine religiöse Angelegenheit. Das Viktorianische Zeitalter bzw. der Biedermeier sind beinahe sprichwörtlich für diese Art Verklemmtheit; auch die Diskussion um Mary Quants Minirock fällt mir hier ein.

Die Angst der Väter, dass ihre eigenen Tochter Opfer von sexueller Gewalt wird [ein typischer Sitcom Topos übrigens] steckt hinter all dem. Männer, die Frauen als reine Sexobjekte sehen - ‘Alles Schlampen außer Mutti’ –, und glauben, selbst wenn sie sich in ihrem Leben immer im Griff hatten, die anderen könnten das nicht, fürchten nun um die heilige Jungfräulichkeit ihrer Töchter. Und weil sie ja genau wissen, dass die Frauen die Schlampen sind und nicht die Männer die Schweine, werden sie versteckt.

Noch mal: Ich finde diese Haltung widerwärtig, ich teile sie nicht. Ich sehe allerdings auch nicht, wie eine offizielle Kleiderordnung, ob inklusive á la Mao-Uniform oder exklusive wie Belgien jetzt beschloss, das Grundproblem ändert. Die Männer werden ihre Frauen halt gar nicht mehr raus lassen oder nur noch unter Bewachung durch übersexualisierte, gewaltbereite Jungmänner.

Wenn wir schon Bekleidung verbieten, wie wäre es mit Leggings und Baggy Trousers? Oder Clubkrawatten?

Deutschland macht sich lustig - über die Anderen

Sie kennen doch Bastian Sick, diesen netten Schwiegermutters Liebeling Typ, der uns so gerne auf Bühnen erklärt, wir Deutsch richtig geht? Bisschen schlaksig, Späthippiefrisur, meist eher gedeckte, grünlichbräunliche Klamotten? Auf SPIEGEL Online veröffentlicht er auch – mit Hilfe seiner ergebenen Leserschaft – selten komische Bilder mit kleineren Textproblemen. In letzter Zeit schenkelklopft man gerne über Ausländer:

zwiebel Da strengen sich also die Gastgeber toitscher Touris an, den Aufenthalt ihrer undankbaren Klientel möglichst einfach zu gestalten, sie versuchen – vermutlich oft nach Gehör –, deutsche Hinweisschilder aufzustellen. Geschäfte, Hotels, Gaststätten und Tourismusverbände machen und tun und schaffen, damit die Heinrichs, Ottos und Ediths dieser Welt, nein: dieses Landes mitten in Europa nicht einmal die kleinsten Brocken der Landessprache besuchter Urlaubsorte lernen müssen. Und Bastian Sick macht sich dann lustig.

Zum Beispiel lacht er gerne über Brasilianer, die nicht rauchen, sondern hauchen. Oder über Spanier, die Deutschlands überflüssige Buchstabenattrappe ‘ß’, eigentlich eine Ligatur aus einer Schrift, die keiner mehr verwendet, für ein großes ‘B’ halten. Ein kroatischer Supermarktleiter schreibt ‘Tüten’ falsch und der wohl durchschnittlich unterbegabte Sick-Leser darf sich über Karnevalsschlagerwortspiele freuen.

So grölhumort der liebe Bastian uns durch Europa, albert über Italiener, Schotten, Ungarn und Franzosen, seltsam nur, dass ihm kein Handyknipser einen Langweiler gegen die Griechen schicken konnte, zumindest taucht diesmal keiner auf.

Zum schlechten Schluss schlägt der Lachsack noch gnadenlos ins beliebte Namenswitzfach, da darf sich ausgeschüttet werden über einen vermutlich guten, hart arbeitenden Mann, der den Allerweltsnamen ‘Boris Becker’ trägt, aber nicht Tennis spielt.

Nur Google böse?

Hamburg-Blankenese Es ist schon wieder eine Woche, also muss wieder die Google-Sau durchs Dorf getrieben werden. Denn wir wissen ja ganz genau: Google ist böse. Denn Google ist “das Internet”. Denn ohne Google geht das Internet ja gar nicht. Denn Google will uns alle verkaufen. Denn Google will die Weltherrschaft. Google – das muss ein körperloses großes Auge auf einem dunklen Turm drüben, hinter den Bergen in Mordor sein.

Was hat Google jetzt also wieder Böses getan? Bei Fahrten durch die Gegend benutzt Google Geräte, mit denen WLANs geortet werden können. Das haut mich aus den Socken! Mein Handy

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Betreten verboten – außer es ist gefährlich!

War ich unterwegs, um sich paarende Moorfrösche zu finden. Die machen das im Frühjahr – eine in Norddeutschland eher kurze Angelegenheit, die oft auf einen Donnerstag fällt – und tauschen dabei für einige Tage ihr bräunliches Tarnkleid gegen brillant-blaue Hochzeitswäsche. Leider war ich nicht erfolgreich, die Moorfrösche haben ihr Paarungsareal noch nicht einmal aufgesucht – kein Wunder in einem Jahr, in dem Osterglocken zum Auferstehungsfest nur sporadische Kundschafter vorausschickten.

Der Teich, der mir keine Moorfrösche schenkte, ist umzäunt, um Moorfrösche vor dem Ertrinken und Kinder vor Sammlern zu schützen. Oder so.

Betreten verboten - oder auf eigene Gefahr

Bitte klicken Sie für eine größere Ansicht auf das Bild, um die Schilder lesen zu können. [The left sign forbids trespassing, while the right warns to step on the ice ‘at your own peril’.]

Eins ist sicher, das Betreten des Grundstückes ist nur gestattet, wenn man ertrinken kann.