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Schafft Strafen und Hilfen ab!

Auch Jörg Krämer, Chefsvolkswirt der Commerzbank, ist mit Blick auf die EWF-Pläne skeptisch. Er sagt: Wenn man Regeln für solide Staatsfinanzen etabliert und gleichzeitig Mechanismen schafft für den Fall, dass sie gebrochen werden, sei das ein Widerspruch. "Das macht das System von vornherein wenig glaubwürdig", erklärt der Ökonom im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE.

Genau, Herr Krämer, ich bin schon lange – auch aus wirtschaftlichen Gründen! – für die Abschaffung von Mechanismen für den Fall, dass Regeln gebrochen werden. Ersatzweise können wir auch auf die Regeln verzichten, schließlich sollte es reichen Mechanismen zur Behebung von verfahrenen Situationen zu haben. Sie sagen ja, Entweder-Oder.

Richtig ist natürlich, dass ausgerechnet das Finanzunwesen bereits beides abgeschafft hat. Nun gut, es gibt noch Lippenbekenntnisse, ‘Selbstverpflichtungen’ nennen Sie das wohl, die eben so vor sich hingesagt werden. Halten tut sich da keiner dran. Und Mechanismen, um große Scheiße zu verhindern oder zumindest die Rohre dann wieder frei zu bekommen, gibt es auch nicht. Man verlässt sich drauf, dass Politiker dämlich genug sind, ihnen Geld zu drucken.

Wie wär’s, schaffen wir als erstes Ordnungswidrigkeiten, Bußgelder und Strafverfolgung im Verkehrsrecht ab. Wir haben ja Verkehrsregeln, die nicht gebrochen werden dürfen; behalten wir Mechanismen für den Fall des Regelbruchs bei, ist das ein Widerspruch. In einem schnell folgenden zweiten Schritt gilt es den Strafvollzug allgemein abzuschaffen. Gerade im Bereich Diebstahl, Raub, Mord könnten wir endlich mit diesen lästigen Berufsverboten aufhören …

Plappernde Palaverer

Ein kleines Mädchen. Ein Hund, struppig, nicht einmal kniehoch, aber doch eher kanin als chen. Eine Leine, eine von diesen automatischen, mit denen dem Halsbandträger freier Auslauf vorgekaugelt wird. Wird’s dem Halter zu lang, drückt er einen Knopf und am Hundehals wird gezerrt. Fahrradfahrer und Fußgänger hassen diese fast unsichtbaren Stolperfallen. Aber das kleine Mädchen, nicht älter als 2 Jahre hält den Struppi an der kurzen Leine; es ist nicht klar, ob sie stolz führt oder ob ihr nur wenig kleinerer Vierbeiner hier den Halter spielt. Süß.

Überall sind Menschen, große Menschen, erwachsene, seltsam schlanke, seltsam riechende, seltsam weiche Bäume locken, ein Wald, durch den Struppi und seine Zweijährige wandern. Markieren oder nicht markieren, das ist hier die Frage. Wohl besser nicht, diese Bäume bewegen sich komisch, erinnern auch an die Alphas, die Struppi sonst füttern und draußen herumführen.

Zwitschernd erreichte die Nachricht den einen oder anderen wohl erst recht spät: @frauenfuss stellt ihre Zeichnungen ‘Ich male meine Follower’ in Lachstadt aus, im stilwerk, unten an der Elbe. Angeblich hatten ihre Sponsoren mindestens eine Woche bereits Werbung dafür gemacht. Gesehen hatte ich nichts – vielleicht sollte ich mehr raus kommen, auch nicht mehr die niveauvollen, arroganten Seiten des Internets besuchen. Mehr Boulevard, mehr die kleine lachstädter Konkurrenz zur großen VERSALIEN-Tageszeitung. Nun, dank Twitter wurde ich auf die Vernissage aufmerksam.

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… und sie bewegt mich doch

Erinnern Sie sich noch an selige LP-Zeiten, als Musiktücke ineinander übergingen? Bei den Beatles zum Beispiel, damals 1967 auf Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band oder das Medley unvollendeter Songs auf der zweiten Seite von Abbey Road? Die Mini-Rock-Opern von The Who oder, viel später, Roger Waters’/Pink Floyds The Wall, sie lebten geradezu von dem Fluss der Lieder, die sich auseinander ergaben, miteinander spielten.

Die CD-Ära begann, dies alles zu ändern. Ihre Titel sind erst einmal sauber getrennt, jeder hat seine Titelansprungmarke, ein digital klar gesetztes ‘Start’ ist gleichzeitig ein diskretes ‘Stopp’ für den vorher gespielten Song. Natürlich gab es, vor allem für klassische Musik gedacht, Indexmarken innerhalb eines Titels. Gesehen habe ich so etwas wohl nie. Mit ihnen hätten Medleys einfach als ein Titel gebrannt und per Indexmarke einzeln ansteuerbar gemacht werden können. Wie gesagt, das ist mir, glaube ich, nie untergekommen, nicht einmal bei Beethoven-Einspielungen.

Es gibt noch eine zweite Variante, dabei bleiben individuelle Songs als eigene Titel erhalten, mehrere können aber trotzdem ohne hörbare Unterbrechung laufen. Die Titelmarke wird dabei ohne Pause vorher oder nachher gesetzt, das Brennprogamm Feurio! nennt das ‘Titel linken’. Höchst flexibel, ist es doch kein Problem, mal eben seinen Lieblingssong raus zu fischen, andererseits genießt auch der begeisterte Musikfan ein Album ohne störende Pausen zwischen Liedern. Den ewigen Auslaufbereich von Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band kann die CD aber auch nicht.

Mit digitalen Dateien geht gar nichts mehr. Die liegen auf einer Festplatte, ganz diskret, ganz für sich, selbst dann, wenn um sie herum die Brüder, Schwestern, Cousins und Basen gerne mitspielen möchten. Lädt man sein Album in einen Player, wird jeder Song einzeln gespielt, gibt es immer eine Pause.

Die ehemals zweite Seite von Abbey Road klingt heute wie durch den Wolf gekuttert: zerhackt.

Winterfreuden – ein Gedicht

Die Menschen an sich sind nicht ganz schussecht, in Deutschland wird die eigene Blödheit allerdings noch durch die Rechtsschutzversicherung unterstützt. Gehwegeräumpflicht? Wen interessiert’s, zumindest nicht die Grundstücksanlieger, die es machen müssen, denen ist das zu anstrengend, zu teuer und überhaupt. Bleibt halt ein zentimeterdicker Eispanzer, mal mit frischem Schnee, mal mit Tauwasser.

Die gleichen Nicht-Räumer machen es natürlich auch den hart arbeitenden Jungs und Mädels von der Müllabfuhr schwer, die zusehen können, wie sie die Freizeitrutschbahnen der Anlieger mit vollen Mülltonnen unfallfrei navigieren. Oder den Briefträgern und Postboten. Aber sich dann beschweren, weil die Post später kommt, vielleich gar ein oder zwei Tage.

Autofahrer rasen mit üblichen Geschwindigkeiten - also oberhalb der 50 km/h - über spiegelglatte Straßen voller Schneematsch, zielen offenbar bewusst auf Riesenlachen Spritzwassers. Werden Fußgänger nass? Wen interessiert’s, höchstens högt man sich noch eins, weil Mütterchen jetzt frierend klatschnass und voller Schmutz ihre Einkäufe erledigen darf.

Nicht dass die Fußgänger und Fahrradfahrer viel besser wären. Statt guter Wanderschuhe oder Winterstiefel mit Profilsohle, womöglich mit Hilfe von Drüberzieh-Spikes gepimpt, latscht man bräsig in glatten Turnschuhen oder stylischen aber untauglichen Stiefeln mit Ledersohle raus und wundert sich, dass man auf den Arsch fällt. Dann wird erst nach dem Staat, dann nach dem Rechtsanwalt gerufen.

Ich habe nichts gegen das Fahren mit dem Fahrrad, habe ich früher viel gemacht – ABER DOCH NICHT auf eisverwarzten Wegen! Was soll der Quatsch, wollt Ihr vor Laster fallen, gegen gehbehinderte ältere Menschen stürzen?

Pack. Menschen sind Pack. Alle.

Gratis: Desktop-Wallpaper von DH² Publishing

Ich habe vier kleine Sets mit Bildern zusammengestellt, die Sie als Hintergrund Ihres Computer-Desktops verwenden können:

Stadt/ArchitekturArchitektonisches und StadtlandschaftTechnikTechnische MotiveTiereTiereLandschaft

Landschaften

Alle Bilder stehen zur privaten Nutzung auf Ihrem Computer zur Verfügung. Haben Sie Interesse an einer kommerziellen Nutzung, an der Verwendung im Web oder an anderen Fotos, setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung.

Die Welt ist doch viel einfacher

Das Schlimme am Internet ist ja, dass wir endlich viel mehr Meinungen und Informationen wahrnehmen müssen. Jeder kann heute veröffentlichen – und jeder tut es. Wir haben unsere Blogs, wir nutzen Twitter, wir schreiben Kommentare zu Blogeinträgen, manche machen ein komplettes Online-Magazin auf. Und wir alle haben etwas zu sagen.

Nun muss ich gestehen, solange es sich um Laien und Amateure handelt, ist das immer nur kurz aufregend – meist auch noch aus den falschen Gründen. Die Rechtschreibung hat nur wenig mit dem zu tun, was wir im Duden finden, die Interpunktion wird nach Pfefferstreuermethode angewandt, Sätze ergeben bereits syntaktisch keinen Sinn. Der Vorteil solcher Beiträge ist, dass der Leser sofort entscheiden kann, ‘Muss nicht gelesen werden, hier schreibt jemand aus der Psychatrie.’

Allerdings gibt es reichlich Kommentatoren und Beiträger, die sich nicht so leicht zu erkennen geben. Die verfassen gemeinerweise Texte, die lesbar sind, soweit Sinn emulieren, dass es schwer fällt, sie nicht ernst zu nehmen. Ganz besonders übel sind da professionelle Wortdrechsler, die seit 20 oder 30 Jahren ihr Geld mit schreiben verdienen. Bekannte Kasper wie H.M. Broder oder R. Mohr, die ihre kleine Weltsicht in großen Publikationen vermarkten können.

Beliebte Methode, den unaufmerksamen Leser in einem schwachen Moment zu überzeugen: anekdotische Beweisführung. Da werden lustige oder tragische oder dramatische Momente des eigenen Lebens, manchmal auch nur der eigenen Wahrnehmung, als empirisch belegbare Fakten angeführt und dann – diesmal Wissenschaft emulierend – verallgemeinert. Vom Besonderen auf das Universale schließen. Auch bekannt als Induktion.

In alten Zeiten, damals, als wir schon glücklich waren, einen Fernseher oder ein Telefon im Haus zu haben, da war diese Art des Weltschmerzes vor allem bekannt von alten Leuten, die sich so gern an früher erinnerten. Wenn Opa anfing von Stalingrad zu erzählen, Oma sich an die Sauberkeit, Ordnung und Disziplin im BDM erinnerte. Wenn Großonkel Ernst, der ja noch im Arbeitsleben stand, sich über die blöden Lehrlinge erregte, die in der schule nichts mehr beigebracht bekommen. Und er hatte ja recht, hatte doch der Bengel, dieser Hans, heute nicht einmal gewusst, wie ein Dreisatz geht!

Was wir damals milde belächelten, ist inzwischen zur anerkannten Methode des gesellschaftlichen Diskurses geworden:

  • 2 Jugendliche treten einen alten Mann in U-Bahn tot => die Jugend von heute ist gewalttätig und respektlos
  • Draußen ist es kalt und es fällt Schnee => es gibt keine globale Erwärmung
  • Ich kenne einen faulen ALG-2′er => jeder, der ALG 2 erhält, ist ein faules Schwein, das auf meine Kosten lebt
  • ein paar Handvoll Verlierer islamischen Glaubens sprengen Israelis in die Luft => alle Moslems sind brutale Judenhasser
  • Osama Bin Laden trägt Vollbart und ist Terrorist => alle Vollbarte sind Terroristen

He, das macht Spaß und die Welt wird ganz plötzlich einfach verständlich. Vielleicht sollte ich das auch mal machen:

  • über Nacht [am 19. Januar 2010] trat plötzlich eine Schneeschmelze in Hamburg ein => die globale Erwärmung schlägt zu
  • ein 16-jähriger steht im Bus auf, damit ich alter Mann einen Sitzplatz habe => die Jugend von heute ist höflich und respektvoll
  • Ich kennen einen ALG-2’er, der sich wirklich bemüht, einen Job zu bekommen => alle ALG-2’er sind hart arbeitende Menschen, die von Arbeitsagentur und Zeitarbeitsfirmen ausgebeutet werden
  • da gibt es eine moslemische Familie nebenan, denen man das gar nicht ansieht, nette Menschen, keine Schleier, beide Eltern arbeiten an der Universität als Dozenten => alle Moslems sind liebe, nette, aufgeklärte Leute
  • Henryk Broder trägt Vollbart und ist nicht gewalttätig => Vollbärte sind gewaltlose, intelligente Menschen

So ist das also, wenn man auf induktive Logik und ein paar kleinere Unsauberkeiten in den Kategorien setzt. Aber das hat ja bereits Bertrand Russell gewusst:

The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts.

Auf der Suche nach dem MP3-Player – eine verlorene Zeit

Ich höre gerne Musik, das ist ja noch nicht verboten, obwohl so manch eine Sprecher der Musikindustrie, wie Bono, offenbar wenig Interesse am Hörer hat. Bisher verließ ich mich auf die Langspielplatte und CDs, letztere sind zwar kleiner, nehmen aber doch reichlich mehr Platz weg als LPs, weil sie in so dicken Jewel Cases kommen. Inzwischen habe ich so viele von den Dingern hier rum stehen, dass so manch ein Gast meiner unheimeligen Hütte meint, er wäre in einem Plattenladen gelandet.

Nach Jahren des MP3-Verachtens muss ich gestehen, es geht nicht mehr. Ich kann und will mir keine Villa leisten, nur um meine Musik griffbereit unterzubringen. Geht nicht. Ist nicht. Und es gibt ja nicht nur MP3 – die mit der richtigen Kompression nicht schlechter sind als CDs –, sondern auch verlustfreie Audiodateiformate wie FLAC. Womit das Abenteuer beginnen kann.

Da ich meinen Computer nicht rund um die Uhr laufen lassen möchte, ich ihn ohnehin als Musikabspieler für nicht besonders geeignet halte, brauche ich einen MP3-Player. Das muss keines von diesen Hemdtaschen- oder Nagelknipser-Teilen sein, Größe und Gewicht spielen eine untergeordnete Rolle, da ich unterwegs lieber auf meine Umwelt höre. Man möchte ja wissen, was für eine Automarke einen erwischt. Mein Player soll über die HiFi-Anlage laufen, wozu hat man die als zum Musik hören.

In das Lastenheft kommt also: ‘Line out’-Anschluss.

Wie oben geschrieben, wäre die Unterstützung von FLAC nicht übel, das Format hat doch den einen oder anderen Vorteil gegenüber MP3, WMV und diversen anderen. Ist allerdings nicht oberste Priorität.

Anders sieht das mit einer nicht kabelgebunden Fernbedienung aus – wer steht schon gerne dauernd vom Schreibtisch oder aus der bequemen Sitzecke auf, um einen Song zu überspringen, die nächste Playlist auszuwählen oder einfach nur mal auf Pause zu schalten, weil ein Anruf reinkommt. Zur FB gehört natürlich ein ins Gerät eingebauter Monitor, schließlich möchte ich sehen, was ich tue. Und das ohne einen externen Bildschirm zu kaufen.

Eigentlich nicht viel verlangt. Es wird noch besser, ich verzichte gerne auf diversen Schnickschnack wie Sprachaufnahme oder WiFi. Radio habe ich die letzten 20 Jahre nicht gebraucht, da fange ich sicher heute nicht mehr mit an. Zur mobilen Bildspeicherung und –betrachtung habe ich bereits ein spezialisiertes Gerät – dessen Musik- und Videomöglichkeiten grausam sind; Video brauche ich in meinem MP3-Player auch nicht.

Nach Tagen des Suchens im Internet komme ich zu dem Schluss: Ich bin der letzte Arsch, der noch einfach nur Musik hören möchte.

Nur die ganz kleinen Player, kaum größer als eine Briefmarke, damit sie auch ja schnell verloren gehen können, kommen heute noch ohne Video und Foto aus. Allerdings können die auch sonst nicht viel, z.B. gut klingen. Kein Bildschirm, keine Fernbedienung, kein Line Out, kein FLAC. Die Mittelklasse ist also gefragt, jene Dinger, die wie Handys aussehen und denen tatsächlich nur die SIM-Karte zum Funken fehlt.

Ich habe keinen einzigen Musikdateienabspieler gefunden, der einen Line Out Ausgang besitzt. Ein paar unterstützen immerhin schon FLAC; Monitor haben alle, FB keiner. Platz für eine ordentliche Sammlung und dabei trotzdem hohe Flexibilität bietet Seagates FreeAgent Theater[+], der allerdings einen Fernseher benötigt, damit man durch die Menus navigieren kann. In seiner neueren Fassung besitzt er einen Digitalausgang, den ich immerhin über meinen DAT-Player, der mir heute als D/A-Wandler dient, angeschlossen werden könnte.

TEAC und Cowon bieten wohl ordentliche Geräte mit breiter Formatunterstützung, denen aber auch der Line Out fehlt, immerhin die wichtigste Funktion in meinem Lastenheft. Nach einem Test mit einem JOBO GigaVu Pro extreme zweifle ich daran, einen Player über Adapterkabel vom Kopfhörerausgang an den Mission Cyrus Vorverstärker zu bekommen.

Womit es das dann erst einmal wieder war.

 

PS: Der Akku sollte von mir selbst ohne Riesenaufwand getauscht werden können, so, Klappe auf, Akku raus, neuen Akku rein, Klappe zu. Das geht, ehrlich!

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