Januar 2010
M D M D F S S
« Aug   Feb »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Auf der Suche nach dem MP3-Player – eine verlorene Zeit

Ich höre gerne Musik, das ist ja noch nicht verboten, obwohl so manch eine Sprecher der Musikindustrie, wie Bono, offenbar wenig Interesse am Hörer hat. Bisher verließ ich mich auf die Langspielplatte und CDs, letztere sind zwar kleiner, nehmen aber doch reichlich mehr Platz weg als LPs, weil sie in so dicken Jewel Cases kommen. Inzwischen habe ich so viele von den Dingern hier rum stehen, dass so manch ein Gast meiner unheimeligen Hütte meint, er wäre in einem Plattenladen gelandet.

Nach Jahren des MP3-Verachtens muss ich gestehen, es geht nicht mehr. Ich kann und will mir keine Villa leisten, nur um meine Musik griffbereit unterzubringen. Geht nicht. Ist nicht. Und es gibt ja nicht nur MP3 – die mit der richtigen Kompression nicht schlechter sind als CDs –, sondern auch verlustfreie Audiodateiformate wie FLAC. Womit das Abenteuer beginnen kann.

Da ich meinen Computer nicht rund um die Uhr laufen lassen möchte, ich ihn ohnehin als Musikabspieler für nicht besonders geeignet halte, brauche ich einen MP3-Player. Das muss keines von diesen Hemdtaschen- oder Nagelknipser-Teilen sein, Größe und Gewicht spielen eine untergeordnete Rolle, da ich unterwegs lieber auf meine Umwelt höre. Man möchte ja wissen, was für eine Automarke einen erwischt. Mein Player soll über die HiFi-Anlage laufen, wozu hat man die als zum Musik hören.

In das Lastenheft kommt also: ‘Line out’-Anschluss.

Wie oben geschrieben, wäre die Unterstützung von FLAC nicht übel, das Format hat doch den einen oder anderen Vorteil gegenüber MP3, WMV und diversen anderen. Ist allerdings nicht oberste Priorität.

Anders sieht das mit einer nicht kabelgebunden Fernbedienung aus – wer steht schon gerne dauernd vom Schreibtisch oder aus der bequemen Sitzecke auf, um einen Song zu überspringen, die nächste Playlist auszuwählen oder einfach nur mal auf Pause zu schalten, weil ein Anruf reinkommt. Zur FB gehört natürlich ein ins Gerät eingebauter Monitor, schließlich möchte ich sehen, was ich tue. Und das ohne einen externen Bildschirm zu kaufen.

Eigentlich nicht viel verlangt. Es wird noch besser, ich verzichte gerne auf diversen Schnickschnack wie Sprachaufnahme oder WiFi. Radio habe ich die letzten 20 Jahre nicht gebraucht, da fange ich sicher heute nicht mehr mit an. Zur mobilen Bildspeicherung und –betrachtung habe ich bereits ein spezialisiertes Gerät – dessen Musik- und Videomöglichkeiten grausam sind; Video brauche ich in meinem MP3-Player auch nicht.

Nach Tagen des Suchens im Internet komme ich zu dem Schluss: Ich bin der letzte Arsch, der noch einfach nur Musik hören möchte.

Nur die ganz kleinen Player, kaum größer als eine Briefmarke, damit sie auch ja schnell verloren gehen können, kommen heute noch ohne Video und Foto aus. Allerdings können die auch sonst nicht viel, z.B. gut klingen. Kein Bildschirm, keine Fernbedienung, kein Line Out, kein FLAC. Die Mittelklasse ist also gefragt, jene Dinger, die wie Handys aussehen und denen tatsächlich nur die SIM-Karte zum Funken fehlt.

Ich habe keinen einzigen Musikdateienabspieler gefunden, der einen Line Out Ausgang besitzt. Ein paar unterstützen immerhin schon FLAC; Monitor haben alle, FB keiner. Platz für eine ordentliche Sammlung und dabei trotzdem hohe Flexibilität bietet Seagates FreeAgent Theater[+], der allerdings einen Fernseher benötigt, damit man durch die Menus navigieren kann. In seiner neueren Fassung besitzt er einen Digitalausgang, den ich immerhin über meinen DAT-Player, der mir heute als D/A-Wandler dient, angeschlossen werden könnte.

TEAC und Cowon bieten wohl ordentliche Geräte mit breiter Formatunterstützung, denen aber auch der Line Out fehlt, immerhin die wichtigste Funktion in meinem Lastenheft. Nach einem Test mit einem JOBO GigaVu Pro extreme zweifle ich daran, einen Player über Adapterkabel vom Kopfhörerausgang an den Mission Cyrus Vorverstärker zu bekommen.

Womit es das dann erst einmal wieder war.

 

PS: Der Akku sollte von mir selbst ohne Riesenaufwand getauscht werden können, so, Klappe auf, Akku raus, neuen Akku rein, Klappe zu. Das geht, ehrlich!

Antwort schreiben