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Musik schön verpackt

Dieser Beitrag erschien vor über drei Jahren schon einmal. Da sich seit damals wenig verändert hat, habe ich ihn um einige weitere schöne CD-Editionen erweitert und lege ihn den Managern in der Musikvertriebsbranche noch einmal ans Herz. Jungs, Mädels: Tut was, werdet kreativ, investiert in gute Künstler, Grafiker, Autoren!

Immer noch heulen die armen Manager großer Unterhaltungskonzerne, dass sie keine CDs mehr verkaufen weil die kriminellen Konsumenten lieber illegal aus dem Netz ziehen oder Scheiben tauschen.

Wundert sich wirklich jemand darüber, dass vor allem aktuelle Pop-Chart-Hits mit sehr häufig sehr kurzem Verfallsdatum schnell mal geladen und nach wenigen Wochen gelöscht werden? Wer möchte schon die 08/15-Wegwerfware á la Deutschland sucht den Superstar für die Nachwelt aufbewahren.

Ganz anders sieht das bei guter Musik aus - und die hängt nicht vom Genre ab. Kompositionen, Lyrics und Interpreten, die man gerne wieder hört, die dem aufmerksamen Zuhörer jedesmal etwas Neues bieten, sind es, die sich verkaufen. Vor allem, wenn ie auch noch schön verpackt werden. Denn die Musik alleine ist tatsächlich auch über das Internet direkt zu vertreiben.

Geben sich die Plattenfirmen aber wirklich Mühe, optimieren den Klang, geben gute Liner Notes mit, lassen das Art Department schöne Booklets und Verpackun gen designen, dann, ja dann …

Beispiele

Ein wunderbares, wohldurchdachtes Set mit Aufnahmen von Billie Holiday:Billie Holiday - Lady Day; Columbia [front]

Billie Holiday - Lady Day; Columbia [Booklet]Billie Holiday - Lady Day; Columbia [Track listing]Billie Holiday - Lady Day; Columbia [CD-Halterung]Billie Holiday - Lady Day; Columbia [CD] Ähnlich aufwändig eine Tom Petty Box:

Tom Petty and the Heartbreakers - Playback

Simpler, aber auch schön, kommt T-Bone Walker daher:

T-Bone Walker - Capitol Recordings [front]T-Bone Walker - Capitol Recordings [innen]

Selbst mehr oder weniger Aktuelles wie die Red Hot Chili Peppers [wenn auch eine Greatest Hits] kann schön sein:Red Hot Chili Peppers - Greatest Hits

Und noch ein paar – für diese Neuveröffentlichung des Beitrags hinzugefügt:

Bessie Smith - Complete; Columbia [2 verschiedene Boxen]Malaco - The Last Soul CompanyBooker T and the MGs [front]Booker T and the MGs [aufgeklappt]

Muddy Waters

[Digitale] Nachbearbeitung

Seit digitale Bearbeitungsmöglichkeiten eingeführt und sich verbreitet haben, taucht immer wieder einmal die Frage nach der [moralischen] Zulässigkeit auf. In den letzten Tagen wurde ich gleich zweimal damit konfrontiert, ganz unabhängig voneinander. Mike Johnston startete in seinem Blog die Diskussion über seine Bearbeitung eines Klassikers der Fotografie; praktisch gleichzeitig hieß es in den Regeln eines Fotowettbewerbs, digitale Manipulation müsse benannt werden.

Was aber ist eigentlich ‘digitale Manipulation’? Was fällt darunter? Jedes digital vorhandene Bild, ob direkt von einer Digitalkamera oder über den Umweg eines Scanners, ist manipuliert. Und es muss weiter bearbeitet werden, um von einer Ansammlung von Pixeln in ein Bild verwandelt zu werden. Das meine ich nicht nur technisch.


Musik im Park So sehe ich das Bild heute, vielleicht erstelle ich in einigen Monaten auch eine abweichende Interpretation.

Der grundsätzliche Weg einer flachen bildlichen Darstellung erreicht durch direkte Aufzeichnung von Licht geht vom Foto über das technische Bild bis zum künstlerischen Bild. Die englische Sprache erlaubt mir, den Weg eindeutiger zu beschreiben:

Photo -> Picture -> Image

Die rein technische Umwandlung von Lichtstrahlen in speicherbare Nullen und Einsen ist die erste Bearbeitung; sofern als RAW gespeichert wird, braucht es später noch eine zweite Umwandlung, um ein Bild zu erhalten. Haben wir nur ein dokumentarisches Foto gemacht - ‘Tante Erna vor den Pyramiden’, ‘Kotflügelschaden nach Unfall’ - sind wir jetzt fertig. Eine weitere BEarbeitung ist nicht nötig, ja sogar unerwünscht, wenn es sich um Bilder für die Polizei, Gerichte oder Versicherung handelt. Je nach Ausgabemedium mögen noch einige kleinere technische Korrekturen wie Schärfen benötigt werden.

Ist unser Ziel ein überzeugendes Bild, das nicht nur von uns, sondern auch von anderen gerne und immer wieder angesehen wird, ist es unumgänglich weitere Bearbeitungsschritte durchzuführen. Dazu gehört das retuschieren kleiner Bildfehler, die Feinanpassung der Farben und Farbabstimmung, des Kontrasts, der Belichtung und der Lichtverteilung. Manchmal müssen auch Elemente anders zusammengesetzt werden - z.B. bei der Erstellung von Panoramen. Dafür nehmen wir mehrere Fotos, fügen Sie zusammen und retuschieren recht großzügig. Auch die Veränderung des Ausschnitts ist ein oft recht starker Eingriff in das Originalfoto.

Sicherlich müssen gerade Redaktionen im Nachrichtenbereich sehr vorsichtig sein. Es ist problematisch, wenn der National Geographic die Pyramiden und Sphinx bei Gizeh im Bild zusammenrückt. Auch die - übrigens stümperhaft ausgeführte - Verstärkung von Rauch in einigen Kriegsbildern, die vor einigen Wochen die Runde machten, ist in solchen Zusammenhängen unzulässig. Doch nicht jede nachträgliche Manipulation ist gleich Ketzerei am Bild, auch früher wurde viel nach der Aufnahme [manchmal auch schon davor oder während] verändert.


Musik im Park Das Original, wie es aufgenommen wurde: leicht schief, ausgebleichter Himmel [der oben übrigens nicht künstlich hinzugefügt wurde, sondern durch Ändern von Farbbalance und Belichtung wieder herauskam], etwas zu wenig Licht im Pavillon.

Heute wie zu Zeiten der Fotografie mit Film, Dunkelkammer und chemischen Prozessen gibt es Fotografen, die ihr Bild in der Kamera machen, und solche, die viel Wert auf Dunkelkammerarbeit legen (’Das Foto ist nur der Ausgangspunkt!’). Mit Computern und umfangreichen Programmen zur Bildbearbeitung ist es heute aber jedem möglich, das Beste aus seinen Fotos rauszuholen

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